Prävention

Im Grundschulalter ist es unseren Kindern ein großes Bedürfnis, sich selbständig zu entwickeln und immer mehr alleine übernehmen zu können. Es ist wichtig, sie auf diesem Weg passend zu begleiten und zu unterstützen. Wir machen unsere Kinder stark, damit sie sich achtsam und sicher auch ohne Erwachsene in der Öffentlichkeit bewegen.

Jedoch können Übergriffe geschehen.

Ein schwieriges Thema, welches man gerne verdrängt. Nachfolgend finden Sie Vorschläge, wie Sie Ihr Kind für das Thema sensibilieren. Jedes Kind ist anders in der Psyche und im Umgang mit Themen. Die letztendliche Entscheidung, wie Sie das Thema angehen und was Sie erzählen kann nur bei Ihnen als Eltern liegen.

Vorschläge für Vermittlung von Verhaltensregeln

  • Besprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind – auch ohne konkreten Anlass – wie es sich ohne Erwachsene in der Öffentlichkeit verhalten soll.
  • Versetzen Sie ihr Kind nicht in Panik und verschonen Sie es auf jeden Fall mit grausamen Details, die im schlimmsten Fall passieren könnten.
  • Erklären Sie Ihrem Kind was ein fremder Mensch ist, z.B. ein Fremder ist ein Mensch, mit dem Sie Ihr Kind nicht bekannt gemacht haben.
  • Für den Fall, dass Ihr Kind einmal verloren geht, erklären Sie ihm, dass es sich in diesem Fall an Fremde wenden darf und dabei nach Menschen in Uniformen Ausschau halten sollte, wie z.B. Polizist, Verkäufer, Wachdienste, Kellner o.ä. (nur diesen Personen Name, Anschrift oder Telefonnummer mitteilen).
  • Beauftragen Sie niemals eine Ihrem Kind unbekannte Person, es abzuholen (Diese Person ist für das Kind ein fremder Mensch).
  • Gehen Sie mit Ihrem Kind den Schulweg ab und suchen sie gemeinsam nach Sicherheitsinseln (z.B. Kiosk, Senioren-Wohnheim), wo Ihr Kind Hilfe holen könnte. Nicht immer ist der kürzeste Weg der sicherste!
  • Bilden Sie Schulweggruppen, die sich füreinander verantwortlich fühlen und aufeinander aufpassen. Laufgruppen nach der ersten Klasse ergeben sich auch aus einer Bus mit Füßen Gruppe.
  • Vermeiden Sie den Namen Ihres Kindes auf dem Schulranzen, um einer vertraulichen Situation vorzubeugen (Ein Fremder kann Ihr Kind beim Namen ansprechen).
  • Freuen Sie sich, wenn Ihr sich selbstbewusst und eigenwillig zeigt, auch wenn es uns Erwachsenen manchmal schwer fällt, diese Stärke anzuerkennen.

Vorbeugende Verhaltensregeln für ein selbstbewusstes und sicheres Auftreten in der Öffentlichkeit

  1. Wenn ich das Haus verlasse, sage ich meinen Eltern immer, mit wem und wohin ich gehe. Abgesprochene Zeiten werden eingehalten.
  2. Ich kenne meinen Namen, Anschrift, meine Telefonnummer und die Nummer der Polizei (110), damit meine Eltern informiert werden können.
  3. ich werde niemals mit Fremden in deren Wohnung gehen oder in deren Auto einsteigen – auch nicht, wenn angeblich ein Angehöriger im Krankenhaus liegt. Auch werde ich mit keinem Fremden spazieren gehen. Fremde Personen werde ich immer mit SIE ansprechen.
  4. Ich werde zu jedem NEIN sagen, auch zu einem Erwachsenen, wenn er versucht, mich in einer Art und Weise zu berühren, die ich nicht mag.
  5. Ich werde schnell weglaufen, wenn jemand versucht micht anzufassen oder mitzunehmen. Ich werde schreien „Hilfe, das ist nicht mein Papa oder meine Mama!“.
  6. Ich werde es meinen Eltern erzählen, wenn jemand versucht, mich in einer Art und Weise zu berühren, die ich nicht mag.
  7. Vor meinen Eltern habe ich keine Geheimnisse; ich werde ihnen alles erzählen, wer und was mir Angst macht.
  8. Mein Vater oder meine Mutter werden mir zuhören und mir helfen, wenn ich Probleme habe.
  9. Ich werde immer den selben Weg gehen, damit meine Eltern mich finden können

Wenn ich mich von jemanden bedroht fühle, dann sind das meine Regeln:

NEIN SAGEN! WEGLAUFEN! SCHREIEN! ES ERZÄHLEN!

(Literatur: Clown Bärchens Info-Fibel)

Adresse und Telefonnummern von Beratungsstellen

  • Familien-Notruf München: 089 / 23 88 566
  • Kommisariat Verhaltensprävention und Opferschutz: 089 / 29 10 44 44, www.polizei.bayern.de/ppmuc/schutz
  • Kinderschutzbund (kostenlos)
    • Elterntelefon: 0800 / 111 05 50
    • Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 03 33